Das ganze Sein ist in Andacht….

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Zeit war es nun für die Trennung. Die Morgenröte war gekommen und öffnete seine Tore des Herzens. Das Meer sang die schönsten Lieder an diesem Morgen und doch war eine Traurigkeit im Lied des Abschieds. Lange Jahre hatte der liebende Zustand auf diesen Tag gewartet. Seine Seele fand niemals den Frieden, hier in dieser verlogenen Stadt, wo alles künstlich und oberflächlich errichtet war. In die Tiefen tauchen konnte der menschliche Geist hier nicht. Das Herz weinte und lachte zugleich. Wie konnte dieser mysteriöse Mann nun einfach davon gehen? Was würde nun aus den Menschen werden die er in der Dunkelheit zurück lassen würde? Es brannte im Herzen des schönen Mannes, der das Licht in das Land der Menschen brachte, doch verkaufen konnte er dieses Gut nicht. Es gab Zeiten, da stand er ganz alleine auf dem Marktplatz mit der Fackel des Lichts. Ja, es gab auch Zeiten, da hatte dieser Mann keine Freunde und kein Essen. Sein Herz war still geworden, obwohl in seinem Inneren die ganze Welt mit all seinen Schönheiten zuhause war. Als er sah, wie die Menschen das Licht verachteten, so beschloss er in in die Stille zu gehen und vieles in seinem Herzen blieb ungesagt. Tränen liefen über seine Wangen und er hatte Mitleid mit den Menschen. Das Bild in deren kalten Welt hatte sein Herz voller Narben gemacht. Überall hatte er eine Wunde von den Menschen. Seine Seele war voller Traurigkeit, aber nicht aus Schwäche, sondern seine Augen sehnten sich immer nach den Sternen, doch die Menschen wollten lieber jeden Tag das Leben rückwärts laufen lassen. Kurz bevor der schöne Mann nun das alte Land verlassen wollte, dreht er sich noch einmal um. Vom Hügel herab blickte er in die Stadt der Toten Herzen, deren einzige Erfüllung im Leben das Tote anzubeten war. Der Junge dachte, die Tiere, die Natur und die Existenz waren so schön zu mir. Sie waren auch in der einsamsten Stunde an meiner Seite. Sie lachten und weinten mit mir. Sie waren die Manifestation der liebenden Göttlichkeit auf Erden. Sie waren der Tempel der Liebe. Die Natur war stets in Andacht und in tiefer Liebe. Sie war die Liebe höchst persönlich. So, blickte der schöne Junge mit Tränen im Herzen ein letztes Mal zurück und entschloss  einen letzten Brief zu schreiben. Es sollte ein Brief an die Dialektik der Geschichte sein. Er glaubte und wusste, dass eines Tages Menschen in liebendem Zustand diesen Brief finden und diese Lehre fortführen werden.

So schrieb er,:

Die Wege der Liebe sind voller Geheimnisse meine Freunde. Mal segnet sie dich und mal tötet  sie dich. Doch in diesem Tod wirst du Seligkeit finden. Du wirst gehen als der Sonnenuntergang und am Morgen wirst du ein neues Wesen sein. Ängstliche Geschöpfe können nicht das Land der Liebe betreten. Nackt zu sein unter den Menschen ist immer noch besser als das falsche Kleid anzuhaben. Nur wer richtig weint kann auch verstehen, was es heißt zu lieben. Eure Welt kennt die Mysterien der Tränen nicht, deswegen sind eure Flüsse des Herzens vertrocknet und ihr seid verdurstet. Vertrauet dem Leben und euch wird gegeben werden. Liebe bedeutet in Kommunion mit dem Leben zu sein. So erweise dich als würdig und verschmelze in der erhabenen Einheit. Lasst euch führen von der Hand des Lebens, sie weis von den Mysterien der Liebe.

So sehet doch meine Freunde, der Mond küsst bei Nacht das Meer, warum sollten wir einander dann nicht küssen? Was nützen all die Küsse, wenn du mich nicht küsst o Geliebter. Traurig ist die Sehnsucht, unsere Herzen sind gebrochen. Seid Jahren sind unsere Herzen entfernt voneinander. Der Tag, an dem wir uns trennten war ruhig und voller Tränen. Heimlich trafen wir uns weißt du noch? Nun, weint das Herz voller  Sehnsucht. Dein Herz vergaß mich, deine Seele betrog meine Seele. Doch, wenn wir uns nach vielen Jahren wieder treffen sollten, wie sollte ich dein schönes Antlitz dann anblicken? Wie soll ich dich anschauen vor lauter Tränen in meinem Gesicht? In Schweiß gebadet bin ich  bei Nacht und erwache von den Träumen in denen wir uns sahen. Der Tag und die Nacht folgen deinen Wegen und deinem schönen Antlitz. Ach, meine Geliebte, sterben soll ich in der Heimat deines Herzens! Begraben sollen sie mich dort. Dort soll die Stätte der Liebe für immer sein.

Wieso verachtest du mich liebster Freund? In deinen Blicken und Gesten sehe ich eine Schmach gegen die Einheit des Lebens. Bist du denn geschaffen aus Gold und ich nur aus Silber? Ja, die gleiche Schönheit hat uns doch dieses Leben gegeben. So frage ich dich, bist du der Tag und ich nur die Nacht? Dein Denken besteht aus Kategorien und deine Welt ist voller Klassen. Doch die Heilung ist in dir selbst, die gleiche Existenz ist in jedem Geiste. Die Reichen sind die ärmsten, so sage mir, wer ist nun ein Bettler, bin ich es oder du? Morgen wirst du zu Grabe gehen. Wer ist nun satt und wer hungert? Alles Schöne kommt aus der Mutter Erde. So töte dein falsches Selbst und teile. In tiefer Liebe verbunden ist der liebende Zustand zur Existenz. Wir sind Wanderer des gleichen Pfades O liebster  Freund.

 

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