Augenblicke der Gunst

O Leben meines Lebens,

Mein Bemühen ist dich eines Tages wieder zu sehen. Mit den Augen dieser Welt werden wir uns nicht mehr sehen können, leider. Doch im Herzen dieses Lebens wirst du für immer stets Anwesend sein. Deine lebendige Berührung machte einen Dichter aus mir, dies sollst du wissen. Tränen netzen meine müden Augen wenn ich in Gedanken bei dir bin. Du brachtest die göttliche Symphonie in mein Herz. Freudetrunken von deinen Küssen verlor ich mich selbst, damit die Welt mich niemals mehr vergisst. Ich lausche in die Stille und kann dich erfühlen.  Sprechen möchte ich zu den Menschen, singen möchten meine Lippen deine Gesänge, doch kommt aus meinem Munde kein Wort heraus. Schützen möchte ich deine Perle vor all den dunklen Geistern der Welt. So schluchze ich, und singe in tiefer Stille deine Lieder. Deine Küsse brachten den schönsten Sommer, nun sitze ich reglos da, in Sehnsucht an deine Liebe.

Nein, Kleid und Schmuch begehre ich nicht mehr. Die Menschen haben Furcht ihr Ansehen zu verlieren. Nackt laufe ich umher in ihren Welten ohne den Kittel der Heuchlerei, den sie mir gaben als ich auf diese Welt kam. Du zogst mir dieses Kleid aus und wir wurden zur Liebe. Die Reichen sind die größten Bettler, da sie künstliche Gewänder anhaben. Nackt bedeutet Gott zu sehen. Seine Liebe und Güte wahrzunehmen. Die Religionen den Rücken zu kehren bedeutet dem Schöpfer zu begegnen. Die Reise zu dir meine Liebe dauert lang und der Weg weit. In der Wildnis der Zivilisation verlor ich fast meine Seele, doch deine Liebe rettete mich.

Der Wanderer der Liebe klopft nun an mal an viele fremde Türen um die richtige finden zu können. Doch nicht jede Blume gibt einem den schönsten Nektar. Deine Liebeslieder werden stets ungesungen bleiben Liebling. Die Blüten der Liebe öffnen sich heute nicht mehr für die Menschheit. In der Hoffnung dich eines Tages zu sehen sind meine Begierden versteckt. Mein Weinen und Mitleid erzeugt womöglich Mitleid, doch brennen möchte ich in meinem eigenen Feuer und das Nehmen soll mir verwert bleiben. Liebende sind stets Gebende. Sie kennen das Nehmen nicht. Du gabst mir den göttlichen Wein. Trunken wurde ich davon. Menschen um mich erkennen mich nicht mehr. Ich kann sie flüstern hören. Sie sehen in mir einen geistig Verwirrten Menschen. Ewig werden sie dem Geheimnis des Lebens fremd bleiben, da sie die Künste der Liebenden nicht kennen.

Als deine Seele von dieser Welt ging, da verblühte der Frühling in mir. Für ewige Zeiten nahm der Frühling Abschied. Der Tag neigt sich dem Ende zu. Ohne sie werde ich sterben. Die Vögel singen nicht mehr. Wo sind all die Farben hin? Alle anderen Menschen sehen diese Farben, doch mir bleiben die Tore der Farben verschlossen. Mein Proviant auf dieser Reise geht wohl nun zu Ende. Meine Gesicht ist voller Staub an Tagen ohne Dich. Erschöpft ist mein Schlaf bei Nacht, und hört die Nachtigallen nicht mehr singen. Deine Liebe war die größte Andacht in diesem Leben. Der Gottesdienst der Liebe. Ohne dich sind meine Augen müde, mein Herz trostlos. Wie Dornröschen bin ich in einem tiefen Schlaf gefangen. Ja, ich weiss, ganz gewiss. Dein Kuss wird mir für immer verwehrt bleiben. Aus diesem dunklen Schlaf werde ich nicht mehr aufwachen.

Licht, wo ist das Licht? Ohne deine Kerze sind die Tage kalt und das brennende Verlangen nach dir bringt meinem Körper Gewalt.

Fliehen kann ich nicht mehr aus diesem Labyrinth. Zu sehr verstrickt bin ich in den Wegen der Dichter. Gefangen bin ich im Lande der Poeten. Aus diesem Lande zu entfliehen würde  den Tod der Liebe bedeuten. Welch selige Gefangenschaft hier in dem Land der Dichter. Dies passiert nur auswerählten Seelen.

Groß ist meine Schuld, schwer wiegt mein Verbrechen. Große Schande kommt über mich. Meine Gebete werden nicht erhört, da mein Geist verdorben ist. Etliche Male macht ich mich auf den Weg zu unserem Liebestreff, wo wir uns immer trafen. Doch verdient habe ich nicht, dich zu sehen. Mit allen Mitteln versuchten sie unsere Liebe zu zerstören. Es scheint, als hätten sie in weltlichen Ebenen gewonnen. Doch, sie wissen nicht, dass die Liebe stets gewinnt in allen Welten. Die Wege der Liebe sind mysteriös und nur die sehenden Augen wissen um ihre Weisheit und können ihre Freundentänze sehen.

Ja, es gab Stunden wo mein Herz steinhart wurde. Schützen wollte ich mich vor deiner Liebe. Doch wie ein Vulkan öffnetest du die Tore dieses Bettlerherzens. Voller Zärtlichkeit und Güte.

Die Zeit vergeht, die Falten an meinen Augen singen deine Lieder. Sie singen  ganz müde und alte Melodien. Im Schatten des Abends meines Lebens fallen meine Augen zu. Meine Blicke sind gesenkt, mein Rücken gekrümmt. Die Menschen möchten mit mir reden. Doch gebe ich ihnen keine Antwort mehr. Sie sollen nicht wissen, dass ich auf dich Warte. Derweil rede ich mit mir selbst und die Menschen lästern über mich. Sie stempeln mich ab mit ihren gewaltvollen Blicken.

Sanft sind die Winde deines Blickes gewesen. In Zeiten der Bedrückung hörte ich deine Lieder. Sie brachten mich wieder in den Pfad der Liebe zurück. Das Leben ist volle Unruhe ohne deine Liebe. Fast vorbei sind nun die Nächte die ich auf dich wartete. Wirst du bei Sonnenaufgang bei mir sein? Der Mond bei Morgen wieder in einem tiefen Schlaf versunken, genau wie mein einsames Herz. Lasst mich ungestört schlafen, blinde Masse. Eure Blindheit ist des Liebenden ein Dorn im Auge.

Bettelnd zog ich durch verschiedene Welten um dich wieder zu sehen. Ich sah in allem deine Schönheit. Sie warfen mir Almosen zu. Wo hat man gesehen dass die Liebenden Almosen annehmen. Sie sind die Erhabenen Reichen hier auf Erden.

Ja, ich habe keine Talente. Das einzige was ich kann, ist dich zu lieben. Meine Augen sind überflutet und das Schiff der Liebenden scheint nun unterzugehen im schönsten Ozean. in der Ferne sieht man die Kinder des Regenbogendlandes. Sie bauen Häuser aus Liebe und ihre Schönheit ist nicht von dieser Welt. Das Schiff meiner Traurigkeit wird vermutlich die Küste nicht mehr erreichen. Aus der Ferne kann ich ihre Liebe erfühlen. Das Schiff ist nun am Untergehen. Ich verließ au dieser Seereise meine vertraute Heimstatt um an den Brüsten der Liebe zu saugen. Die Gebete meiner Mutter wurden erhört. Der Tag ist nun vergangen für mich. Werde ich heimkehren nach meinem Tode oder werde ich in der Hölle landen. Ich beuge mich meinem Schicksal. Die Götzendiener schickten mich zu Lebzeiten in die Hölle. Ja, dort möchte ich wohnen. Mit den anderen Liebenden wird es sich bestimmt sehr schön leben lassen im Fegefeuer. All die bösen Menschen sollen im Paradies wohnen. Das Meer verrichtet sein Tagewerk und das Schiff sinkt nun. Mutter, so weine nicht. Die Tränen meines Kummers lasse ich dir zurück, als Zeichen der Segnung. Der Tod steht vor meiner Tür und bittet mich mitzugehen. Besitz habe ich nicht. Nackt folge ich ihm aus dem Haus hinaus. Lieber Tod, ich bin dein Diener. Lasse uns schnell wie möglich laufen von Danne. Die Heimkehr verlangt mein Herz. Die kalten Wintertage sind endlich vorbei. Der Tod brachte den schönsten Sommer.

Abschied darf ich nun nehmen. In meinen letzten Momenten denke ich nur an dich mein Liebling. Ich verneige mich vor dem Leben und all  seinem Segen. Schlüssel zu meiner Wohnung besitze ich nicht, da ich bettelarm bin. Den Weg der Schönheit können nur arme Seelen gehen. So fraget mich nicht, was ich mitnehme. Vielleicht gibt es ja einen gütigen Menschen, der mir ein Hochzeitskleid schenken kann. In der Stunde des Todes finde ich zu meiner Geliebten und die goldene Hochzeit zu feiern.

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